Pilgern
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29. Juni 2017

Wer pilgert, entdeckt die Langsamkeit und kehrt verändert in den Alltag zurück. Für eine Strecke, die mit dem Auto in einer halben Stunde zurückgelegt wird, braucht der Pilger einen ganzen Tag. Im Christentum hat das Pilgern eine alte Tradition. Die Christen früherer Zeit betonten ihre Pilgerschaft auf dieser Erde und sahen sich während ihres ganzen Lebens unterwegs zu Gott, ihrem Heil.

Vom ersten, namentlich bekannten Pilgern hören wir aus dem 4. und 5. Jahrhundert. Es waren zwei hoch gebildete Frauen, Kaiserin Helena und Egeria Silvia, die unabhängig voneinander zu den Stätten im Heiligen Land zogen. Sie wollten mit ihren eigenen Augen sehen und mit ihren Füßen den Boden betreten, wo Jesus gelebt und gewirkt hatte, wo er litt und starb und wo er auferstand. Was sie erlebten, hinterließen sie in Pilgerberichten, die andere Menschen dazu motivierte, ihren Spuren zu folgen. Pilgern wurde zu einer Bewegung, die dazu führte, dass im Laufe der Jahrhunderte quer durch Europa ein Wegenetz von festgelegten Pilgerwegen führte. Am Rande dieser Pilgerwege entstanden Herbergen, Kirchen wurden gebaut.


Dabei war das Pilgern nur selten eine Individualreise. Der Weg war beschwerlich und mühsam und gefährlich. Kälte und Entbehrung, Gefahren durch Tiere und Menschen, Blasen an den Füßen, Strauchdiebe und Beutelschneider, Einsamkeit und Verzweiflung konnten den Pilger auf seinem Weg befallen. Über weite Strecken ihres Weges suchten Pilger die Gemeinschaft einer Gruppe. Mit anderen zu pilgern heißt, bei drohenden Gefahren nicht allein bzw. in Krankheit oder bei Unfällen versorgt zu sein. Pilger tun sich zusammen, um auf dem Weg zu singen und zu beten, um sich durch Erzählungen die Zeit zu vertreiben und um gemeinsam zu essen und zu teilen, was jeder hat.
Die Pilger erlebt sich auf seinem Weg anders als in der Routine des engen Alltagslebens. Die Sie stießen auf ungeahnte Hindernisse wie hohe Berge oder breite, reißende Flüsse. Sie mussten weite Hochebenen unter sengender Sonne durchqueren und lernten ihre Grenzen kennen.
Pilgern hat Menschen zu allen Zeiten fasziniert und verändert. Es verhilft vielen neu oder ganz anders zum Glauben an Gott; es erweitert Horizonte und fördert das Staunen und die Freunde an der Vielfalt der Menschen, Kulturen und Regionen, die einem auf dem Weg begegnen. Und Pilgern schafft eine tiefe Befriedigung, wenn das Ziel erreicht ist.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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