Glaube
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18. Dezember 2017

Geistliches Zentrum Windberg | Glaube

Wer im Alltag "Ich glaube" sagt, meint damit oft: "Ich vermute", "Ich weiß es nicht genau". Sagt jemand "Ich glaube Dir", heißt das schon mehr: "Ich vertraue Dir", "Ich verlasse mich auf Dich". Hingegen drückt "Ich glaube an Dich" ein rückhaltloses Vertrauen in das Gegenüber aus. Dies kommt dem Gottes-Glauben sehr nahe.

Dass Menschen an Gott glauben, ist nicht selbstverständlich. Aber fast alle Menschen stellen Fragen nach Gott. Der Mensch ist und bleibt ein Lebewesen, das Fragen stellt, die mit Hilfe der Wissenschaften erforscht und beantwortet werden können. Allerdings gibt es Fragen, die ohne Antwort bleiben, auf welche Wissenschaft und Technik keine Antworten finden: Welchen Sinn hat unser Leben? Woher kommt die Welt? Auf welchen Grund kann ich mein Leben bauen? Was geschieht im Tod mit mir? Worauf darf ich hoffen? Warum das vielfältige Leid in der Welt? Viele Menschen wenden sich in dieser Situation der Religion zu und tragen ihre Fragen vor Gott.

Der Glaube an Gott meint ein Vertrauen, das einen Grund hat. Der Glaube und das Nachdenken über den eigenen Glauben hilft, sich darüber klar zu werden, worauf das Vertrauen gründet, das ein Leben trägt. Glauben ist mehr als ein unbestimmtes Gottvertrauen. Glauben hat einen Inhalt. Für Christen ist dieser Inhalt die Botschaft, die Jesus Christus über Gott gebracht hat. Das Glaubensbekenntnis gibt bestimmte Sätze des christlichen Glaubens wieder.

Auch wenn Wissenschaft und Technik keine letztgültigen Antworten auf bestimmte Fragen des Menschen geben können, stehen sich Wissen und Glaube doch nicht unvereinbar gegenüber. Wissen ist ja nicht nur das, was der Mensch aus Forschung und durch Experimente gewinnt. Wissen wird auch aus Erfahrungen des gemeinsamen Lebens gewonnen, aus Erfahrungen, die andere in ihrem Leben machen – auch aus Glaubenserfahrungen, die von anderen mitgeteilt werden. Bei solchen Glaubenserfahrungen ist der Verstand nicht ausgeschaltet, im Gegenteil. Es gibt Gründe für den Glauben, die der Mensch offenlegen und abwägen kann. Aber der Glaube selbst ist kein theoretisches Konstrukt, sondern etwas, das jeden Tag aufs Neue bejaht und gewagt werden darf. Nur wer sein Leben mit dem Glauben wagt, wer ihn lebt, der kann feststellen: Mein Glaube ist mit meinem Leben stimmig – oder eben nicht.

Daher kann der Glaube das Wissen nicht ersetzen. Und das Wissen macht den Glauben nicht überflüssig. Glaube und Wissen sind zwei Weisen, die zwar voneinander verschieden, aber beide nötig sind, um die Wirklichkeit zu begreifen. Sie bedingen und benötigen einander. Bleibt das Wissen ohne den Glauben, wird alle Wissenschaft und Technik unmenschlich und ohne Sinn. Bleibt der Glaube ohne das Wissen, wird er unvernünftig. Zum Glauben gehört daher, das Geglaubte zu durchdenken, mehr und mehr zu erfassen, was der Glaube für das eigene Leben bedeutet.


 

 

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